Die politische Veränderung Europas durch Kriege

in Panorama

So verschoben sich Europas Grenzen im Lauf der Jahrhunderte


Die Europa-Karte im Zeitraffer:

Europas Geschichte ist eine bewegte – auch territorial. Eine animierte Landkarte Europas und Vorderasiens, die gerade im Netz für Furore sorgt, zeichnet die Grenzverschiebungen im Zeitraffer nach.
Die animierte Landkarte zeigt die territorialen Entwicklungen Europas sowie einiger asiatischer Länder vom zwölften Jahrhundert an bis heute. Was auffällt: Die Grenzen verschieben sich im Laufe des Zeitraffers immer weniger, die Europa-Karte stabilisiert sich zunehmend.
Erfreulich, wenn man bedenkt, dass es sich bei Grenzverlagerungen selten um friedliche Einigungen handelte, sondern um Kriege. So lässt sich auch die Geschichte Deutschlands gut anhand der Veränderung der Europa-Karte nachvollziehen.

Europa-Karte im Zeitraffer: Von der Riesenmacht zur Kleinstaaterei
Die animierte Europa-Karte setzt im zwölften Jahrhundert ein. Zu dieser Zeit gibt es kein “Deutschland”, aber das Heilige römische Reich deutscher Nation (“Holy roman empire”). Das relativ beständige Wachstum dieses Kaiserreichs ist eng verbunden mit den Kreuzzügen, die das elfte, zwölfte und 13. Jahrhundert prägten.
Dann lässt sich eine Wende auf der animierten Europa-Karte erkennen: Auseinandersetzungen zwischen Kaisern, den fast ebenso mächtigen Kurfürsten und geistlichen Machthabern führen zum Zerfall des Kaiserreichs. Auf der Europa-Karte ist gut zu erkennen, wie das Heilige römische Reich in zunehmend kleinere Königreiche und Fürstentümer zerfällt. Im 16. Jahrhundert erreicht die Kleinstaaterei in Zentraleuropa ihren Höhepunkt.

Europa-Karte im Zeitraffer: Wenig territoriale Veränderungen in Deutschland
So richtig viel tut sich in der Mitte der Europa-Karte dann nicht mehr, obwohl im heutigen Deutschland politisch einiges geschieht. Das Heilige Römische Reich zerfällt 1815, die Fürstentümer schließen sich zu einem losen “Deutschen Bund” zusammen. Ebenfalls in der Europa-Karte nicht erkennbar: Rund 50 Jahre später gewinnt Preußen die Schlacht von Königgrätz gegen Österreich, der “Norddeutsche Bund” entsteht.
Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 wird aus dem Norddeutschen Bund das “Deutsche Reich”. Bewegung kommt dadurch in die Europa-Karte, dass Elsass-Lothringen durch den Krieg in die Hände des Deutschen Reiches fällt.

Europa-Karte im Zeitraffer: Viel Bewegung im 20. Jahrhundert
Die animierte Landkarte leuchtet im 20. Jahrhundert besonders bunt. Der Grund: Die beiden Weltkriege. Viel Bewegung zeigt die Europa-Karte nach dem ersten Weltkrieg: Denn mit dem Vertrag von Versailles 1918 verliert Deutschland seine Kolonien sowie Elsass-Lothringen an Frankreich und die Provinzen im Osten an Polen.
Nach der Weimarer Republik (1918 – 1933) und der Machtergreifung Adolf Hitlers (30. Januar 1933) verschieben sich die Grenzen der Europa-Karte rasch: Zunächst der “Anschluss” Österreichs an Hitler-Deutschland, ab 1939 der zweite Weltkrieg und schließlich die Teilung Deutschlands in vier Besatzungszonen nach dem verlorenen Krieg.

Europa-Karte im Zeitraffer: West- und Ostdeutschland
Danach wird es in Mitteleuropa zunehmend ruhiger. Bewegung kommt dadurch in die Landkarte, dass die Grenzen der Sowjetunion brechen. Es bilden sich unter anderem Weißrussland und die Ukraine als eigenständige Staaten aus. Zudem zeigt die Europa-Karte die Gründung der Bundesrepublik Deutschland (BRD) sowie der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).
Was auf der Europa-Karte im Zeitraffer wie ein Augenschlag wirkt, dauerte in der Realität 41 Jahre: Der Zusammenschluss von BRD und DDR zum heutigen, vereinten Deutschland ist schließlich zu sehen.

Loading…